AG Inklusion am 04.04.2016 neu gegründet 

Teilnehmer sind:

Thomas Bormann
Frank Kleinelsen
Jens Pape
Gerd Schliemann

Leitung der AG: Frank Kleinelsen

 

Hier finden Interessierte Informationen zur Inklusion:

http://nullbarriere.de/inklusive-kindergaerten-und-schulen.htm

http://www.mk.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=1922&article_id=5965&_psmand=8

http://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/themen/Inklusion

http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/33063

 

Inklusion:

Inklusion bedeutet Teilhabe, diese sollte durch Umgestaltung des Umfeldes und der Umwelt die vorhandenen Barrieren beseitigen. Dies ist ein radikaler Unterschied zu dem Ansatz, dass sich der Mensch selbst zunächst verändern muss. Die innere Struktur von Einrichtungen und die Aufgabe der dort Agierenden sind neu zu justieren.

„Die Entwicklung des gemeinsamen Unterrichts/

Lernens von Schüler/-innen mit und ohne

Sonderpädagogischem Förderbedarf ist ein ganz

entscheidender Teilbeitrag zur Umsetzung

Inklusiver Bildung in Deutschland" (Amrhein 2014 in Druck).

Barrierefreiheit:

Barrierefreiheit berücksichtigt menschliche Fähigkeiten und Ausprägungen aller Art: Kinder, klein und groß gewachsene Personen, ältere Menschen, stark Gehbehinderte,Seh- und Hörbehinderte, Schwangere sowie Menschen, die auf Grund von Krankheiten oder Verletzungen in ihrer natürlichen Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit zumindest temporär eingeschränkt sind.

Schulen sind Sondergebäude und unterliegen besonderen Brandschutzkonzepten. Inklusive Schulen benötigen zusätzliche Maßnahmen, welche den inklusiven Kindern mehr Sicherheit geben soll bzw. muss.

z. B. :

  • Evakuierungsaufzüge mit Schutzraum und Anbindung an einen notwendigen Treppenraum können im konkreten Fall notwendig sein
  • die DIN 18040 enthält Hinweise zum Brandschutz für Behinderte; die Norm ist teilweise als Technische Baubestimmung eingeführt
  • Alarmsignale sind auf den inklusiven Bedarf abzudecken

Informationen von der Landesschulbehörde:

Niedersachsen setzt auf eine behutsame Einführung der Inklusion „Schritt für Schritt“. Zunächst sollen Fundamente geschaffen und die Kollegien „mitgenommen“ werden, bevor Rechtsansprüche die Verhältnisse unwiederbringlich ändern.
 

Inklusiver Unterricht

Bei der gemeinsamen Beschulung besuchen alle Kinder die zuständige wohnortnahe Schule. Voraussetzung ist, dass ihren individuellen Lern- und Förderbedürfnissen entsprochen werden kann. Lernentwicklungsziele können individuell zielgleich oder auch zieldifferent festgelegt werden.

 Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrkräfte

  1. Stufe: Landesweite Ausbildung von 60 Lehrkräften zu Teamern (ist bereits erfolgt)
  2. Stufe: 30 Tandems führen jeweils regionale fünfeinhalbtägige Schulungen für insgesamt über 2000 Lehrkräfte durch.
  3. Stufe: Beginn der Fortbildungen für Sek.I - Lehrkräfte (Spätherbst bzw. Winter 2012)

Pressemitteilungen

Statement gegen oberflächliches Inklusionsgejammer

Veröffentlicht am Montag, 8. Februar 2016 von Ottmar Miles-Paul

Dr. Dorothea Terpitz (li) und Kirsten Ehrhardt (re) "Inklusion schaffen wir" © Terpitz/Ehrhardt

Walldorf/Offenbach (kobinet) "Von wegen: Überall fehlen Sonderpädagogen", sagen Dr. Dorothea Terpitz und Kirsten Ehrhardt vom Bundesnetzwerk "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen" in ihrem "Statement gegen das oberflächliche Inklusionsgejammer". Die Sonderpädagogen seien lediglich im Sondersystem, in den unzähligen Förder- und Sonderschulen überall in Deutschland gebunden.

Es gebe die Förderlehrer natürlich, aber eben nicht dort, wo man sie jetzt und in Zukunft brauche, nämlich an den allgemeinen Schulen. Das eigentliche Problem, darin sind sich Dr. Dorothea Terpitz aus Hessen und Kirsten Ehrhardt aus Baden-Württemberg einig, liege darin, dass Deutschland so verzweifelt an der Doppelstruktur Sondersystem und Inklusion festhalte und nicht bereit sei, wirklich das Sondersystem abzubauen und Ressourcen umzuverteilen. "Landauf landab - von Bremen, über Hessen bis nach Baden-Württemberg - wird zur Zeit das Klagelied der fehlenden Sonderpädagogen gesungen, über einen Zustand der, ach, wie traurig, leider die Umsetzung der Inklusion soooo schwierig mache."

Diese deutsche Doppelstrukturdenken werde auch in der gemeinsamen Stellungnahme von Bund und Ländern zur Staatenprüfung zur Behindertenrechtskonvention durch den UN-Fachausschuss deutlich, die jetzt öffentlich wurde. "Ein Skandal!", so Terpitz und Ehrhardt. "Während die UN ganz klar den Rückbau aller Sondereinrichtungen fordert, verteidigt Deutschland sein international überholtes separierendes System auch noch."

Besonders perfide ist für die beiden: Verteidigt wird es mit dem angeblichen "Elternwillen" - deutsche Eltern wollten halt die Förderschulen. Dr. Dorothea Terpitz dazu: "Deutsche Eltern werden dort hingezwungen, weil es kein wirkliches Wahlrecht gibt, solange die inklusiven Klassen wie Stiefkinder behandelt und versorgt werden." "Dreißig Jahre lang hat in Deutschland der Wille von uns Eltern überhaupt keine Rolle gespielt. Da wurden die Kinder mit Behinderung notfalls von der Polizei abgeholt und in die Sonderschule gefahren. Den Elternwillen haben Politiker erst entdeckt, seit es um den Erhalt des Sondersystems geht. Das ist verkehrte Welt", ärgert sich Kirsten Ehrhardt.

 

Artikel

Inklusion

Deutschland legt sich quer:

Bund und Länder widersprechen der Auslegung von inklusiver Bildung durch den UN-Fachausschuss

Mehr zu: Individuelle Förderung, Inklusion, Menschenrechte, Schulentwicklung, Schule

04.02.2016 -

(Brigitte Schumann) Der UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) hat unter der Bezeichnung "Draft General Comment on Article 24" einen Kommentar zu Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention im Entwurf vorgelegt und die Diskussion darüber eröffnet. Der Kommentar will das menschenrechtsbasierte Verständnis von "inclusive education" rechtlich normieren.

 

Aus der Politik:

Das neue Inklusionsgesetz ermöglicht den Schulträgern bis 2018 ihre Schulen zu inklusiven Schulen auszustatten. Bis dahin können die Schulträger ihrer Verpflichtung nachkommen, indem sie sogenannte Schwerpunktschulen bestimmen, wenn sie nicht sofort alle erforderlichen baulichen Voraussetzungen gewährleisten können. Dabei muss sichergestellt sein, dass Schülerinnen und Schüler wenigstens eine inklusive allgemeinbildende Schule in zumutbarer Entfernung erreichen können.

  •       Umsetzung im Schulalltag
  •       Auflösung von Förderschulen
  •       Austausch von Erfahrungen in Schwerpunktschulen
  •       Baumaßnahmen und Brandschutz
  •       Empfehlungen

In Niedersachsen ist die inklusive Schule verbindlich zum Schuljahresbeginn 2013/14 eingeführt worden. Das hat der Niedersächsische Landtag am 20. März 2012 mit breiter Mehrheit beschlossen. Die inklusive Schule ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zu den niedersächsischen Schulen.

Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung erhalten ein Wahlrecht, ob ihr Kind die allgemeine Schule oder eine Förderschule besuchen soll. Sie werden durch die Schulen und die Niedersächsische Landesschulbehörde umfassend beraten.

Grundschulen nehmen seit dem 1. August 2013 alle Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Lernen im 1. Schuljahrgang auf. Für alle Förderschwerpunkte außer Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung können für einen Übergangszeitraum bis 2018 Schwerpunkt-Grundschulen eingerichtet werden.

Weiterführende Schulen nehmen seit dem 1. August 2013 aufsteigend mit dem 5. Jahrgang Schülerinnen und Schülern mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in allen Förderschwerpunkten im Sekundarbereich I entsprechend der Elternwahl auf. Die Einrichtung von Schwerpunktschulen ist für einen Übergangszeitraum bis 2018 möglich. Danach ist jede Schule jeder Schulform eine inklusive Schule.

Förderschulen bleiben mit folgenden Schwerpunkten bestehen:

  • Emotionale und Soziale Entwicklung
  • Geistige Entwicklung
  • Hören
  • Körperliche und Motorische Entwicklung
  • Lernen (nur Sekundarbereich I)
  • Sehen
  • Sprache

Der Primarbereich der Förderschule Lernen läuft ab 1. August 2013 aufsteigend aus.

Die Förderschulen arbeiten zugleich als sonderpädagogische Förderzentren. Unter anderem planen, steuern und koordinieren sie den Einsatz der Förderschullehrkräfte in den allgemeinen Schulen.

 wink

Inklusion:

"Egal, wie ein Kind beschaffen ist,

es hat das Recht, alles Wichtige

über die Welt zu erfahren,

weil es in dieser Welt lebt."

(Georg Feuser, Erziehungswissenschaftler) 

Fragen zur Inklusion:
Hier sehen Sie Beispiele an Fragen für Eltern mit Fragen:

  1. Sind an allen Inklusionsschulen die barrierefreie Konzepte gleich?
  2. Welche Planungsgrundlage wird für die Umsetzung von Inklusionsschulen genutzt?
  3. Wer entscheidet über die Beschulung von Inklusionskindern?
  4. Wann werden die Lehrer auf die Belange der Inklusion weitergebildet?
  5. Wer befördert die Inklusionskinder zur Schule?
  6. Gibt es Fahrplanübersichten zur Schülerbeförderung von Inklusionskindern im Landkreis Schaumburg?
  7. Darf eine Schule mein Kind (inklusiver Bedarf) ablehnen, weil die Lehrer noch nicht ausgebildet sind?
  8. Gibt es Fördergelder für Inklusionsschulen mit hohem Anteil an Inklusionsbedarf?
  9. Ab wann kann ich Informationen über die sonderpädagogische Grundversorgung erhalten?
  10. Wird es eine Übergangsfrist für die Förderschulen geben, wenn die sonderpädagogische Grundversorgung in der Nähe befindlichen Schule noch nicht erreicht sind?
  11. Gibt es für Kinder mit emotional-sozialen Störungen weitere Hilfe durch schuleigene Sonderpädagogen mit dem Kompetenzschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung?
  12. Gibt es differenzierten Unterricht, um ein Absinken des Anspruchsniveaus der nicht inklusiven Kindern zu verhindern?

Diese Fragen sind in ein Ergebnis aus vielen Elterngesprächen und sollen dem Interessierten einen Überblick geben.

 

Das Konzept der Inklusion hat sich international durchgesetzt. Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen wurde mittlerweile von 147 Staaten ratifiziert. Für die Bundesrepublik ist sie seit 2008 rechtsverbindlich. Der Wortlaut der Konvention ist dabei unmissverständlich: Menschen dürfen "nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden". Sie haben vielmehr Anspruch auf Zugang zu einem inklusiven Schul- und Bildungssystem.

Frank Kleinelsen